Intro

Wien is leer. Die halbe Stadt liegt an irgendeinem Meer und die anderen müssen hackeln. Ich eigentlich auch, aber mein Handy sagt mir grade, es hat nächste Woche 39 Grad. Das grenzt in meinen Augen an apokalyptische Zustände. Für die, die trotzdem da sind, hab ich unten was.

Vorher reden wir aber über die Küche. Nicht übers Essen, über die Leute, die drin stehen. Da ändert sich grad was, und ich bin ehrlich froh drum.

Deep Dive

Fine Dining hat sich verändert. Und die Industrie ist dankbar.

Bis vor wenigen Jahren hat ein Job in einer Sterneküche 90 bis 110 Stunden Wochen bedeutet. Angst vor einem cholerischen Chef. Konstanter Stress, Burn-out, Alkohol und Drogenmissbrauch. Und all das für Löhne, von denen man selbst in einer eigentlich leistbaren Stadt wie Wien auf keinen Fall leben kann. Also kurz gesagt, ein Arbeitsverhältnis, welches toxischer nicht hätte sein können.

Klare hierarchische Verhältnisse,…