
INTRO
Die Plastikhandschuhe, in denen wir anrichten, gleichen mittlerweile eher der Jacuzzi-Szene in einem Chris-Brown-Musikvideo. Man schwimmt förmlich davon.
Letzte Woche hab ich mich über neununddreißig Grad beschwert. Diese Woche reden wir darüber, wer bei den neununddreißig Grad eigentlich arbeiten muss.
Und damit ihr nicht ohne was Schönes gehts: unten steht mein Montagabend. Erst das Glaserl, dann die Gabel.
DEEP DIVE
Jeder Gastronom kennt das Problem. Die Kühlläden mit den drei Buchstaben, die in halb Wien stehen, halten konstante elf Grad, und du stopfst verzweifelt verderbliche Lebensmittel in den Weinkühler, damit die Kühlkette hält. Vorm Herd sinds im besten Fall nur fünfzig, und das auch nur, wenn du auf Induktion kochst. Von offener Flamme ganz zu schweigen.
Worauf ich hinaus will? Sogar die Fiaka-Pferde der Wiener Innenstadt bekommen ab fünfunddreißig Grad hitzefrei. Von Angestellten in der österreichischen Gastronomie wird selbst bei menschenunwürdigen vierzig Grad ein Lächeln erwartet. Was soll der…